07.12.2011 | OVZ

Bedauern bei Freunden und Gegnern

Politiker respektieren Karsten Schallas Verzicht

Altenburg (G.N.) Der überraschende Rückzug Karsten Schallas von allen Ämtern hat parteiübergreifend bei Politikern der Region große Betroffenheit ausgelöst. Zugleich äußern sie in ersten Stellungnahmen Verständnis für die Entscheidung des FDP-Mannes.

“Das ist ein harter Schlag, ein herber Verlust für die Freien Demokraten”, betonte beispielsweise Daniel Scheidel, der mit Schalla lange Zeit als Führungsduo die Geschicke des Kreisverbandes lenkte. “Aber die Gesundheit geht vor. Die Entscheidung ist in jedem Fall zu respektieren. Jetzt müssen wir uns sammeln und sehen, wie es weitergeht.” Scheidel erinnerte daran, dass Schalla den Kreisverband wiedererweckt hatte. “Menschlich und politisch war immer Verlass auf ihn, genauso wie auf seine Ideen, Konzepte und sein Urteil.”

Auch Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos), der mit Schalla seinen Stellvertreter verliert, reagierte betroffen: “Sein Engagement und sein Einsatz als ehrenamtlicher Beigeordneter, Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Jugend-, Kultur und Sportausschusses, stets bestimmt von Geradlinigkeit und Ehrlichkeit, haben deutliche Spuren in die politische Landschaft unseres Landkreises gezeichnet.” Schalla werde eine Lücke hinterlassen, die von seinen Nachfolgern nicht leicht auszufüllen sein werde. Er wünsche ihm alles Gute und die bestmögliche Wiederherstellung seiner Gesundheit.

Ihr Bedauern über den Rückzug Schallas äußerte auch die SPD-Fraktion im Kreistag, die mit dem FDP-Politiker oft genug nicht einer Meinung war. “Mit dem Rücktritt verliert der Landkreis einen streitbaren Geist, der für seine Ziele offensiv eintrat, die politische Debatte im Kreistag bereicherte und ob seiner Persönlichkeit und Ansichten stark polarisierte”, erklärte Fraktionschef Dirk Schwerd. Doch man respektiere die Entscheidung, die Schalla sichtlich nicht leicht gefallen sei, wünsche ihm alles Gute, viel Kraft und baldige Genesung.