02.02.2012 | OTZ

FDP gegen Art der Finanzierung der Barbarossa-Festspiele

Altenburg. Nicht der Aufführungsort, sondern die Finanzierung sei das größte Problem der Barbarossa-Festspiele, sagt Altenburgs FDP-Stadtrat und Ortsvorsitzender, Detlef Zschiegener.

“Ursprünglich hat der Stadtrat beschlossen, Festspielaktivitäten mit einem Maximalzuschuss von 150.000 Euro im Jahr zu unterstützen”, erinnert er in einer Pressemitteilung. Dies sei schon bei den Prinzenraub-Festspielen immer wieder sehr elegant durch die Hintertür umgangen worden. “Zuletzt waren wir fast bei einer halben Million”, so Zschiegner. Dies könne sich die Stadt in Zeiten leerer Kassen jedoch nicht mehr leisten. “Wir sind für Festspiele und für Barbarossa, aber in einer Struktur, die wir uns leisten können. Die Festspiele müssen auf eigene Füße gestellt werden, die weitestgehend unabhängig vom städtischen Haushalt sind. Aus Sicht der Liberalen muss möglichst kurzfristig ein neues Betreibermodell gefunden werden.”

Dr. Johannes Frackowiak, stellvertretender Vorsitzender des Ortsverbands, erläutert, dass es nicht angehen könne, dass angesichts knapper Kassen die Weiterbeschäftigung von Personal, das dringend zur Bedienung von Technik benötigt wird, infrage gestellt wird, während man sich den Luxus leistet, zwei Mitarbeiter für die Festspiele zu beschäftigen. “Diese Personalkosten im sechsstelligen Bereich”, so Frackowiak, “ließen sich mit Sicherheit an anderen Stellen der Stadt besser im Sinne der Altenburger Bürger einsetzen.” Eine unabhängige Betreiberstruktur würde vielfältige Möglichkeiten für die Festspiele eröffnen.

In jedem Fall aber wäre es besser, Gelder bei den Festspielen einzusparen, als Gebühren und Eintrittsgelder für Institutionen zu erhöhen, die von den Altenburgern ganzjährig genutzt werden, wie Bibliothek oder Hallenbad oder wie von OB Wolf (SPD) angedacht sei, die Grundsteuer B zu erhöhen. “Und auch eine Verkürzung der Arbeitszeit mit Lohnverzicht für städtische Angestellte geht zu Lasten der Bürger und kann keine Lösung sein”, stellt Zschiegner klar. Sich die Festspiele zu leisten grenze an kommunalen Größenwahn.