28.02.2012 | OVZ

Krach in der FDP

Stadtverband widerspricht Kreischef bei Wahlempfehlung

Altenburg (jr). Bei den Freien Demokraten kracht es richtig. Anlass ist die Wahlempfehlung von Kreischef Steffen Plaul, der sich im gestrigen Interview mit der OVZ bei der Entscheidung über den Altenburger Oberbürgermeister für Amtsinhaber Michael Wolf (SPD) ausgesprochen hat. Die FDP fände Wolf bei aller Kritik noch am geeignetsten, um Altenburg voranzubringen, begründete Plaul.

Der Altenburger FDP-Ortsvorstand widerspricht dieser Wahlempfehlung jedoch entschieden. “Michael Wolf ist für uns definitiv nicht länger tragbar und muss abgewählt werden”, sagte FDP-Ortsvorsitzender und Stadtrat Detlef Zschiegner in einer gestern veröffentlichen Presseerklärung. “Wir haben bereits zur Kommunalwahl im Jahr 2009 massiv mit dem Politikstil von Michael Wolf gehadert. Seitdem hat sich die Situation jedoch nicht verbessert. Im Gegenteil, sie ist schlimmer geworden, und darunter leidet die Stadt”, heißt es weiter. Welches politische Kalkül der eigene Kreisvorsitzende bei seiner Wahlempfehlung hatte, erschließe sich den Mitgliedern des Ortsvorstandes nicht.

“Im FDP-Wahlprogramm haben wir 2009 das Ende des autoritären Politikstils von Michael Wolf gefordert. Zwei Amtszeiten Wolf sind genug”, so Zschiegner, der für die Freien Demokraten seit 2009 im Stadtrat sitzt. Die Ära Wolf neige sich dem Ende entgegen. Egal, wie es komme, es könne nur besser werden.

Nach all dem, was in der Stadt und im Stadtrat passiert ist, sei Wolf nicht mehr akzeptabel, zumindest für die Liberalen vor Ort, ergänzt FDP-Stadtrat Johannes Frackowiak. Die FDP in Altenburg sei nach etlichen Diskussionen zu dem Schluss gekommen, sich für keinen der insgesamt vier Bewerber auszusprechen. Denn auch gegenüber den anderen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in Altenburg haben die Liberalen Kritikpunkte und Vorbehalte, heißt es.

Einen eigenen Kandidaten zur OB-Wahl hat die FDP nicht aufgestellt.