19.05.2002

SPD gibt ihren Widerstand gegen Aufhebung der Trinkgeldsteuer auf

Hinter die Kulissen geschaut …

Offensichtlich als Wahlgeschenk zur Bundestagswahl im September will die SPD jetzt endlich ihren Widerstand gegen die Aufhebung der Besteuerung von Trinkgeldern aufgeben. Damit könnte das Servicepersonal, insbesondere in der Gastronomie, dann endlich “befreit lachen”. Unter diesem Motto fordert die FDP nämlich schon seit langem die Aufhebung der Besteuerung von Trinkgeldern sowie die Abschaffung der Sperrstunde für Biergärten und Straßencafes.

Dazu ein Interview mit FDP-Tourismusexperte Ernst Burgbacher.

FDP-Tourismusexperte Ernst Burgbacher

Auch bei der Sperrstunde brauchen wir Freiheit

Die Trinkgeldsteuer soll fallen. Laut dpa hat die SPD-Bundestagsfaktion ihren Widerstand aufgegeben und die Abschaffung beschlossen. Für den Tourismusexperten der FDP, Ernst Burgbacher, geht damit ein langer Kampf glücklich zu Ende. Im PORTAL LIBERAL-Interview mit Renate Panke spricht der Politiker von seinem nächsten Ziel.

? Herr Burgbacher, die Trinkgeldbesteuerung soll endlich fallen. Für Sie doch sicher ein Grund, auf Ihrer “Siegesfeier” ein doppeltes Trinkgeld zu geben?

! Ich begrüßße die SPD-Entscheidung außerordentlich. Es zeigt, dass sich auch aus der Opposition heraus etwas bewegen lässt. Allerdings hoffe ich, daß die SPD diesen Beschluss auch in dieser Legislaturperiode noch tatsächlich umsetzt. Darauf werde ich achten!

? Wie erklären Sie sich das Umschwenken der SPD, die doch noch im März dieses Jahres gegen einen entsprechenden FDP-Gesetzentwurf stimmte?

! Die Finanzpolitiker in der SPD haben bisher kräftig gemauert. Jetzt hat Schröder wohl die Schublade “Wahlgeschenke” aufgemacht. Allen Dienstleistenden in Deutschland, die Trinkgeld bekommen, soll es recht sein.

? Eine weitere Forderung von Ihnen ist die Abschaffung der Sperrstunde. Dafür werben Sie auf einer eigenen Website unter www.befreit-lachen.de . Rechnen Sie damit, dass man in Kürze auch überall nach 22 Uhr “befreit lachen” kann?

! Unser Antrag wird heute im Tourismusausschuss behandelt, danach steht die Beratung im Plenum an. Vielleicht gelingt es uns auch in dieser Frage noch, Rot-Grün in Richtung Freiheit zu bewegen.

? Ist das eventuell der Beginn eines neuen Service- und Kulturverständnisses in Deutschland?

! Das wäre schön! Es ist auf jeden Fall ein wichtiger und überfälliger Schritt in die richtige Richtung.