24.06.2004

Sparkasse Altenburger Land

Motor oder Bremse für Wirtschaftswachstum in der Region?

“Wie soll es denn vorwärts gehen im Altenburger Land,” fragt FDP-Spitzenkandidat Karsten Schalla, “wenn die Sparkasse die ihr zugedachte Rolle als Kreditinstitut für die heimische Wirtschaft nicht oder nur unzureichend wahrnimmt?”

Anlass zu dieser Frage ist der im Wahlkampf von vielen Unternehmern an die Liberalen herangetragene Unmut über die Kreditvergabepraxis der Sparkasse im Landkreis. Immer häufiger berichten Geschäftsführer und Inhaber, dass die Sparkasse kaum noch bereit ist, Kredite für betriebliche Investitionen zu vergeben.

Dazu der FDP-Kreistagskandidat und Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg, Daniel Scheidel: “Im Geschäftsbericht 2002 weist die Sparkasse bei einer Bilanzsumme von 929 Mio. Euro gerade einmal 243 Mio. Euro, also 26%, als Kredite aus, während 491 Mio. Euro, also 53%, in Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren angelegt sind. Es mag sein, dass Sparkassenchef Wagner mit den festverzinslichen Wertpapieren im Tresor ruhig schlafen kann. Aus der Mittelstandsfinanzierung hat sich sein Institut damit jedoch so gut wie verabschiedet.”

Und während der Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse, Landrat Sieghardt Rydzewski, sich im OVZ-Forum am 17. Juni in der Destille damit brüstet, das GMG-Sportwagenprojekt sei bekanntlich an seinem Schreibtisch entstanden, verreisst der Vorstandsvorsitzende Wagner das Projekt vor den versammelten Thüringer Fördermittelinstitutionen in Erfurt. So geschehen am 26. Februar diesen Jahres. Dazu noch einmal Daniel Scheidel: “[…]. Zum Glück haben wir für die meisten dieser Investoren Finanzierungslösungen mit anderen Banken realisieren können. Und so eine Reihe von Arbeitsplätzen gesichert beziehungsweise neu geschaffen.”

Für FDP-Spitzenkandidat Schalla ergibt sich aus dieser Nicht-Vergabepraxis eine wichtige Forderung der Liberalen an den neuen Kreistag. “Die Mitglieder des neuen Kreistages müssen Landrat Rydzewski als Verwaltungsratsvorsitzenden in die Pflicht nehmen, dass er auf die Geschäftsleitung der Sparkasse einwirkt, endlich im Sinne der Wirtschaftsförderung und damit auch im Sinne ihres öffentlichen Auftrages zu handeln.” Im Übrigen solle Rydzewski seine Äußerung zum “Rausschmiss” vom stellvertretenden Sparkassenvorstand Mahler, es sei kein finanzieller Schaden entstanden, durch Zahlen belegen. Die Liberalen sehen in der Weiterbezahlung seiner Vorstandsbezüge für mindestens anderthalb Jahre durchaus einen messbaren finanziellen Schaden. “Vermutlich würde dieses Geld manchem Unternehmer, der einen negativen Kreditbescheid von der Sparkasse erhalten hat, schon ausreichen, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern oder neue zu schaffen”, so Karsten Schalla abschließend.