01.06.2004

Wirtschaftsförderung im Blindflug

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Jürgen Grahmann, einem Investor erklärt, dass sich eine Linie von Köln nach Altenburg erst bei einer regelmäßigen Auslastung von ca. 140 Passagieren rechnen würde. So geschehen bei der Diskussionsveranstaltung des Wirtschaftsvereins im Parkhotel. Der Investor steht bedauerlicher Weise in Verhandlungen mit der Stadt Altenburg. Würde er mit dem Landkreis, genauer gesagt mit Herrn Grahmann verhandeln, ließe sich da sicherlich etwas machen. Wie sonst sind die Aussagen in der Presseerklärung des Landratsamtes vom 27. Mai zu verstehen, wo es heißt: “Zur CED-Firmengruppe zählen auch drei Betriebe rund um Frankfurt-Hahn. Deshalb laufen zum Thema Fluganbindung von Altenburg-Nobitz nach Franfurt-Hahn zur Zeit erste Gespräche.“

Die Liberalen im Altenburger Land fragen sich, für wie dumm Herr Grahmann die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises hält. Oder werden hier etwa die Investoren für dumm verkauft? Wie dem auch sei, Fakt ist, dass es aufgrund von Verflechtungen innerhalb einer Firmengruppe nicht zur Einrichtung von Fluglinien von und nach Altenburg-Nobitz kommen wird. Privater Charterverkehr ist bereits seit Jahren möglich und bedarf wohl kaum der Hilfestellung durch das Landratsamt.

Was hier seitens der Pressestelle des Landratsamtes beabsichtigt ist, liegt auf der Hand: Ein weiteres Mal soll kurz vor den anstehenden Wahlen Stimmung gemacht werden, und zwar zugunsten unser aller Landrat Sieghardt Rydzewski. Die FDP im Landkreis hofft, dass die Wähler diese Vorgehensweise durchschauen und am 17. Juni durch Abgabe ihrer Erst- und Zweitstimme zugunsten der FDP verhindern, dass Landrat Rydzewski möglicherweise Innenminister in Thüringen wird.

Wobei: Vielleicht bekämen wir dann ja ganz schnell eine Linienverbindung von Altenburg nach Erfurt …