18.04.2012 | OVZ

“Wenig erreicht und nicht mehr viel vor”

Liberale kritisieren Landrat und sprechen Wahlempfehlung für CDU-Kandidaten aus

Altenburg. Die FDP des Altenburger Landes hat Kritik an der Wirtschaftspolitik von Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) geübt und dessen Abwahl gefordert. Die zweiten sechs Jahre unter Führung von Rydzewski waren wirtschaftlich noch schlechter als die ersten, heißt es in einer Erklärung der Liberalen. 
So habe er als der für die Wirtschaftsförderung zuständige Fachbereichsleiter seiner Behörde bei Arbeitsplätzen und Unternehmensansiedlungen und so gut wie nichts erreicht. Auch seine teuren Auslands-Lustreisen nach China (2007) und Hickory (2007 und 2008) hätten für das Altenburger Land rein gar nichts gebracht, bilanziert Kreistagsfraktionsschef Daniel Scheidel und fragt, wo denn zum Beispiel das von ihm initiierte und gepriesene deutsch-chinesische Wirtschaftszentrum sei?


Dafür, dass der Landkreis thüringenweit nach wie vor zu den Schlusslichtern zählt, macht die FDP im Landkreis in erster Linie den Landrat verantwortlich: “Wir haben nicht nur die zweithöchste Arbeitslosenquote aller Landkreise, wir sind auch der älteste Landkreis Thüringens – bei überdurchschnittlichem Bevölkerungsverlust in allen Altersklassen”, heißt es. Die Erwerbssituation und die ökonomische Lage im Altenburger Land werden im Sozialstrukturatlas 2011 als “sehr belastet” eingestuft, 46 Prozent Langzeitarbeitslose seien ebenfalls traurige Thüringer Spitze. Der Thüringer Vorletzte, die Stadt Gera, liegt mit 35,8 Prozent über zehn Prozentpunkte besser. Gleiches gilt für die 30 von 100 Kindern unter 15 Jahren, die im Landkreis nach SGB II hilfebedürftig sind. Auch bei der Kaufkraft seien die Altenburger Werte schlecht, nämlich 680 Euro unter dem Thüringer Durchschnitt, resümiert Scheidel. “Der Stillstand muss ein Ende haben. Frischer Wind muss in den Landkreis. Wir empfehlen unseren Wählerinnen und Wählern deshalb, ihr Kreuz am Sonntag bei Uwe Melzer von der CDU zu machen”, heißt es. Er sei nicht nur für seinen offenen und kollegialen Arbeitsstil bekannt, er ist auch auf Kreis- und Landesebene sehr gut vernetzt – was man vom amtierenden Landrat nicht behaupten kann.


Das öffne ganz sicher die eine oder andere Tür in Erfurt, die Rydzewski bis heute versperrt geblieben ist!