04.05.2012 | OVZ

FDP: Wirrwarr bei Empfehlung für OB-Wahl

Altenburg (jr). Die Liberalen sorgen drei Tage vor den Stichwahlen zur Oberbürgermeister-Wahl in Altenburg für Irritationen bei ihren Anhängern. Anlass dafür ist eine gestern bekannt gegebene Wahlempfehlung der FDP-Kreistagsfraktion. Darin wird den Wählerinnen und Wählern empfohlen, Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) für eine dritte Amtszeit wiederzuwählen. Dieser Beschluss sei von der FDP-Kreistagsfraktion auf einer Sitzung am Mittwoch gefasst worden, wie aus der Erklärung hervorgeht.

Diese Empfehlung widerspricht allerdings den Vorstellungen des Altenburger Stadtverbandes der FDP, wie dessen amtierender Vorsitzender Johannes Frackowiak der OVZ sagte. Es sei schon lange bekannt, dass die Liberalen in der Skatstadt den autoritären Politikstil von OB Wolf ablehnen und seine Abwahl fordern, zeigte sich Frackowiak von der Empfehlung der FDP-Kreistagsfraktion überrascht und irritiert. Wolf habe eine fragwürdige Einstellung in Bezug auf demokratische Prozesse, wie beim Modemarkt Röther oder dem Markt-Areal, sagte Frackowiak. Es sei außerdem unüblich, dass eine Kreistagsfraktion eine Empfehlung für die Oberbürgermeisterwahl ausspricht. Geltende Beschlusslage der Liberalen in Altenburg sei, keine Empfehlung abzugeben, auch weil die FDP selbst keinen Kandidaten nominiert habe.

Die Empfehlung für Wolf wird von der Kreistagsfraktion der FDP mit dessen “eindrucksvoller und erfolgreicher Wirtschaftsförderung” begründet, die zu vielen neuen Jobs geführt habe. Genannt werden dabei Neuansiedlungen wie Fräger Antriebstechnik, OKM oder Kaweha Heab sowie Erweiterungsinvestitionen der Spielkartenfabrik, des Armaturenwerks oder der Destillerie.

FDP-Kreisvorsitzender Steffen Plaul wollte sich über eine Empfehlung zur OB-Wahl nicht äußern.