16.11.2012 | OTZ

Schweizer planen dreistellige Millionen-Investition auf Flugplatz Nobitz

Ein Schweizer Luftfahrt-Unternehmen plant eine Ansiedlung auf dem Flugplatz Altenburg-Nobitz und will auf einem knapp zwölf Hektar großen Areal neben dem Terminal einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.

Nobitz/Erfurt. Der künftige Betrieb soll über hundert neue Jobs bringen, war zu erfahren. Die Firma will leichte Arbeitshubschrauber für den Zivilsektor herstellen. In Nobitz würden Entwicklung, Produktion und Dienstleistung angesiedelt. Schon im Frühjahr 2013 könnte der Bau starten, so es zur Unterzeichnung des Kaufvertrages, kommt der in der nächsten Woche über die Bühne gehen soll.

Die Fläche war noch unter Führung von Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski als Vorbehaltsfläche gesichert worden. Jetzt hat der Kreistag grünes Licht für den Grundstücksverkauf gegeben. Allerdings hatte es bei aller Freude über das Vorhaben heiße Diskussionen um die Behandlung des hochbrisanten Themas im Gremium gegeben. Die Fraktionschefs von CDU, SPD und FDP hatten den Umgang der Landrätin Michaele Sojka (Linke) in Debatte und Darstellung der Beschlussvorlage zu Angelegenheiten des Flugplatzes heftig kritisiert. Mit der von den Investoren gewünschten Geheimhaltung des Vorhabens und der Gefahr der vorzeitigen Veröffentlichung sei die unzureichende Information der Kreisräte begründet worden, hieß es. Das Schweizer Unternehmen hatte das Projekt auf internen Sitzungen des Flugplatz-Aufsichtsrates, des Wirtschafts- und des Kreisausschusses vorgestellt, bevor der Kreistag auf seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzung die Verkaufsverhandlungen billigte. Der Landkreis ist Hauptgesellschafter des Flugplatzes.

Im Thüringer Verkehrsministerium wird die mögliche Investition positiv gesehen. Man habe immer für Ansiedlungen auf dem Flugplatzgelände plädiert, sagte Sprecher Fried Dahmen auf OTZ-Nachfrage. Allerdings konnte er noch nichts über die in Nobitz erhoffte Weiterzahlung der 250.000 Euro für den Fluglotsendienst sagen. Man rede da über ungelegte Eier, so lange der Vertrag mit den Schweizern nicht unterschrieben sei. Die Zahlung sei erst bis Ende des Jahres verlängert worden, so Dahmen. Man werde sich mit allen Beteiligten noch vor Ende des Jahres zusammensetzen und dann entscheiden über eine Fortzahlung, so der Sprecher. Der Lotsendienst ist Bedingung für den Status als Luftraum-Kategorie, der gewerblichen Flugverkehr ab einer bestimmten Größe ermöglicht.

In dem europaweiten Auswahlverfahren der potenziellen Investoren waren neben einem funktionierenden Flugplatz mit 24-Stunden-Betriebsgenehmigung auch die ausreichend lange Piste für Transportflüge ins Feld geführt worden. Dank der Ausrichtung des Flugplatzes auf Geschäftsreiseverkehr müssen die Schweizer außerdem keine Einschränkungen wegen Linien- oder Militärflügen fürchten. Darüberhinaus soll auch die Nähe zu ingenieurtechnischen Ausbildungsstätten in Jena, Zwickau, Chemnitz oder auch Dresden für den Nobitzer Flugplatz gesprochen haben.