11.01.2013 | OTZ

Altenburg

Karsten Schalla kehrt Liberalen den Rücken

Aushängeschild der FDP verlässt die Partei

Schmölln/Altenburg. Karsten Schalla ist aus der FDP ausgetreten. Die Meldung überraschte. Gestern nun wurde sie per FDP-Pressemitteilung bestätigt.

Der gebürtige Schmöllner habe zum 31. Dezember des letzten Jahres seine Mitgliedschaft gekündigt, hieß es. Über die Gründe wollte Schalla im OTZ-Gespräch nichts sagen. Die gehörten nicht in die Öffentlichkeit, so der ehemalige FDP Kommunalpolitiker, der sich bislang mit Informationen über seinen Austritt zurückhielt. Schalla war lange Zeit Partei- und Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Altenburger Land. Für den amtierenden Fraktionschef Daniel Scheidel sei der Austritt ziemlich überraschend gekommen. “Als das Austrittsschreiben 'aus persönlichen Gründen' bei mir eingegangen ist, bin ich aus allen Wolken gefallen. Karsten Schalla war jahrelang das Aushängeschild der FDP in der Stadt und im Landkreis Altenburger Land”, bedauert Scheidel den Austritt. Schalla habe aus seiner liberalen Überzeugung nie einen Hehl gemacht und sich diverse politische Gefechte geliefert, würdigte Scheidel. “Selbst Nachteile für seine Firma bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen hat er in Kauf genommen, wenn es darum ging, politisches Rückgrat zu beweisen”, lobt Scheidel. Dennoch waren leichte Spannungen im Vorfeld spürbar. Erinnert sei nur an die Zurückhaltung der FDP-Fraktion zur letzten Kreistagssitzung Schallas im Dezember 2011. Während er von Ex-Landrat Rydzewski (parteilos) und allen anderen Fraktionen mit Gesten und Worten gewürdigt wurde, blieb es still in der FDP. Schalla hatte den Kreisverband der Liberalen seit Anfang der 2000-er Jahre geführt. Seine politischen Mandate hatte er aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt, sicher auch zum Unmut der Liberalen, die daraufhin im Kreistag einen Sitz an die SPD verloren hatten, da Nachrücker Wolfgang Krause zwischenzeitlich das Lager gewechselt hatte. Doch man werde weiter gute Politik machen, ob “mit oder ohne Karsten Schalla!”, betont Scheidel.

Petra Lowe