07.12.2012 | OTZ

Finanzierungsvereinbarung für Theater Altenburg-Gera vor Unterzeichnung

Nach Zustimmung des Kreistages Altenburger Land kann neue Finanzierungsvereinbarung für Theater&Philharmonie unterzeichnet werden. Unterdessen drängt die FDP-Fraktion auf Zukunftskonzepte für das Theater ab 2017.

Altenburg. Die neue Finanzierungsvereinbarung zwischen den Gesellschaftern von Theater&Philharmonie Thüringen (TPT) kann am kommenden Montag unterschrieben werden. Die Mitglieder des Kreistages Altenburger Land stimmten während ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend mit vier Enthaltungen und 40 Ja-Stimmen für den Inhalt des Papiers, mit dem der Erhalt des Fünf-Sparten-Theaters bis 2016 gesichert werden soll. Damit gewährt der Landkreis Altenburger Land jährliche Zuschüsse in Höhe von mehr als 1,7 Millionen Euro für den Zeitraum von 2013 bis 2016.

Wie es danach mit TPT und seinen Spielstätten in Gera und Altenburg weitergeht, setzte am Mittwochabend die FDP-Fraktion mit ihrem Antrag “Theaterkonzeption ab 2017” auf die Tagesordnung der Kreistagssitzung. “Wir sind der Meinung, dass es jetzt nicht zu früh ist, sich über die Zukunft des Theaters Gedanken zu machen”, begründete FDP-Fraktionschef Daniel Scheidel den Vorstoß der Liberalen. Die wollen Landrätin Michaele Sojka (Linke) beauftragen, im TPT-Aufsichtsrat darauf zu dringen, dass die Geschäftsführung des Theaters ein Konzept zum Weiterbetrieb von TPT ab 1. Januar 2017 erarbeitet. Und geht es nach Willen der FDP, sollen die Theaterchefs gleich mehrere Varianten entwickeln und verschiedene Szenarien durchspielen. “Damit können wir uns dann Gedanken machen”, wie Scheidel am Mittwoch sagte.

Ein Argument, das Michael Wolf (SPD), Kreistagsmitglied und derzeit Vorsitzender des Aufsichtsrates von Theater und Philharmonie Thüringen, so nicht stehen lassen wollte. Vor allem, so Wolf, weil die FDP damit von der TPT-Geschäftsführung verlange, den Abgeordneten des Kreistages Altenburger Land deren eigentliche Arbeit abzunehmen. “Denn wir müssen die Entwicklungsziele formulieren. Eine kulturpolitische Debatte muss her und eine ebensolche Entscheidung”, betonte Wolf. Es geht um die künftige regionale und überregionale Präsenz von TPT, um pädagogische Aufgaben des Theaters und um dessen Engagement an den Spielorten. Es gehe um die Ausstrahlung des Hauses sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum. Und auch müsse die Frage beantwortet werden, welche Rolle Kooperationspartner beispielsweise die Greizer Region und der Saale-Holzland-Kreis sowie Sponsoren und Gönner des Kulturbetriebes künftig spielen sollen. Über all das, so Wolf, muss sich der Kreistag Altenburger Land selbst Klarheit verschaffen, ehe die TPT-Geschäftsführung mit einem Zukunftskonzept beauftragt werde. Hinzu kommt laut Wolf, dass die hiesigen Vorstellungen mit denen der Geraer abzugleichen sind, da der dortige Stadtrat einen ähnlich lautenden Beschluss bereits fasste. “Ich denke deshalb, dass wir Ende Januar eine konkrete Aufgabenstellung für die Gesellschafter formulieren können und schlage deshalb vor, bis dahin den FDP-Antrag in den dafür zuständigen Ausschuss zu verweisen”, schloss Wolf.

Ein Antrag, den der Kreistag Altenburger Land am Mittwochabend mit einer Nein-Stimme, einer Enthaltung sowie 42 Ja-Stimmen befürwortete.

Jana Borath