07.03.2013 | OTZ

Kreistag im Altenburger Land lehnt Schließung der Grundschule Ponitz ab

“Wir sind hier, Schule sind wir”, rief Jonathan den ankommenden Kreisräten am Mittwoch Nachmittag entgegen. Er habe es zwar bald in der Grundschule geschafft, aber die anderen Kinder sollten es genauso gut haben wie er, sagte der elfjährige Ponitzer und hielt sein Plakat noch ein bisschen höher.

Altenburg. Der Viertklässler gehörte zu den etwa 100 Ponitzern, die mit Plakaten, Trillerpfeifen und Trommeln vor den Eingang des Landratsamtes in Altenburg gezogen waren: Die Grundschule in Ponitz soll nicht geschlossen werden.

Wird sie auch nicht, wussten die wenigen Demonstranten, die es bis neun Uhr Abends ausgehalten hatten. Vier Stunden dauerte es, bis klar war, dass der Beschlussvorschlag von Landrätin Michaele Sojka (Linke) zur Schließung der Ponitzer Schule nicht durchgeht. Die Diskussion darum dauerte zwar nur eine gute dreiviertel Stunde, aber vorher wurde um den Haushalt für 2013 gerungen. der mit Änderungen und drastischen Einsparungen angenommen wurde.

Doch nicht nur die Schließung der Grundschule Ponitz hatte Sojka in eine Beschlussvorlage gepackt. Auch den Antrag auf die Umwandlung der Regelschule Nöbdenitz in eine Gemeinschaftsschule stand darin und, dass der alte Schulnetzplan weitergelten soll und auch, dass bis Februar 2014 ein neuer Plan für den Zeitraum bis 2019 zur Beschlussfassung im Kreistag vorgelegt wird.

Doch so gut es für die Ponitzer lief, so schlecht für die Nöbdenitzer. Pech für sie, denn das von Sojka geschnürte Paket fand so keine Zustimmung. Enttäuschung und Kopfschütteln auf den Gästestühlen bei Nöbdenitzer Eltern und Lehrern. Am Ende blieb von der Beschlussvorlage der Landrätin dank Änderungsantrag der SPD-Fraktion nur die Aufgabe, schon bis Ende dieses Jahres den Schulnetzplan fortzuschreiben. 25 Kreisräte stimmten dafür, drei dagegen und 13 enthielten sich.

Dabei hatte Sojka selbst schon ihre Vorschläge zu Ponitz und Nöbdenitz aufgegeben und sie gar nicht mehr zur Abstimmung bringen wollen. Offenbar war ihr klar geworden, dass die beiden Punkte auf zu harten Widerstand stoßen auch in ihrer eigenen Fraktion. Wenigstens wollte sie die Weitergeltung des alten Schulnetzplanes bis Ende 2014 sichern. Aber auch dieser Traum platzte. Die Kreisräte wollen schnell ein Gesamtkonzept beraten können, das alle Standorte und alle Schulformen beinhaltet auch Ponitz und Nöbdenitz. Nur so mache eine Entscheidung über eine Gemeinschaftsschule auch Sinn, sagte Dirk Schwerd (SPD). Man lehne dies nicht ab, sondern will das in Beziehung zu anderen Schulen betrachten.

Genauer Hineinschauen will auch Sabine Fache (Linke). Doch sie bezweifelte, ob der jetzt gesetzte Termin Ende 2013 für das Konzept zu halten sei.

Hans-Peter Bugar (Die Regionalen) und auch Daniel Scheidel (FDP) befürchteten mit einer Entscheidung pro Nöbdenitz, dass dies indirekt auch Auswirkungen auf die Grundschulen in Thonhausen und Großstechau hätte und schließlich auch die Grundschule in Altkirchen gefährdet sein könnte. Schnellschüsse seien nicht hilfreich, sagte Bugar.

So auch in Ponitz. Eine Entscheidung gegen eine Schule, herausgelöst aus einem Ganzen, sei kritisch, betonte Jürgen Ronneburger (CDU). Man würde mit Einzelschritten eine Strukturplanung vorweg nehmen und möglicherweise weitreichende Konsequenzen festzurren, die so gar nicht gewollt seien, mahnte Schwerd und konnte in diesem Punkt die Mehrheit der Kreisräte überzeugen.

Petra Lowe