20.03.2013 | OTZ

Von Buenos Aires nach Schmölln

Daniel Scheidel ist FDP-Direktkandidat

Daniel Scheidel ist Direktkandidat der FDP für die Bundestagswahl im Wahlkreis Altenburger Land und Greiz.

Schmölln. Im Wahlkreis 195 schickt die FDP Daniel Scheidel als Direktkandidat ins Rennen um den Bundestag. Bei einer Wahlkreisversammlung am Montagabend in Schmölln stimmten 15 von 18 Stimmberechtigten für ihn. Drei verweigerten Scheidel ihre Stimme – das genügt für die absolute Mehrheit.

Daniel Scheidel stammt aus Frankfurt am Main. Hier lernte der Bankkaufmann bei einer Sparkasse, studierte Volkswirtschaftslehre und schaute sich dann “beruflich die Welt an”. Scheidel verbrachte drei Jahre in Spanien, ging dann für die Auslandshandelskammer nach Peru und Argentinien. Nach 13 Jahren Ausland “kam ich von Buenos Aires nach Schmölln” und zog wenig später nach Altenburg. Oberbürgermeister Michel Wolf (SPD) stellte den Volkswirt und Vater zweier Kinder als Wirtschaftsförderer ein. 2002 verlässt Scheidel das Rathaus und wechselt in die Marketingabteilung des finanziell klammen Altenburger Sportwagenherstellers Gumpert. Nach drei Jahren verlässt er das Unternehmen, fängt in der Altenburger Destillerie an, doch kündigt nach einem halben Jahr. “Ich bin mit dem Firmenchef nicht klargekommen”, sagt Scheidel bei der Wahlkreisveranstaltung in Schmölln.

Seit 2004 ist er FDP-Mitglied. “In der Truppe fühle ich mich wohl.” 2006 schickt ihn die Partei ins Rennen um den Landratsposten. 17,5 Prozent erhielt die FDP damals, Amtsinhaber Rydzwski bleibt. “Doch ich finde, wir haben uns achtbar geschlagen.” Derzeit sorgt sich der Vater um seine Kinder.

Als gemeinsamen Themenschwerpunkt im Landkreis Greiz und im Altenburger Land sieht er die Verkehrsinfrastruktur. In Altenburg ist es der Bau der B7n der “eminent wichtig” sei. Im Landkreis Greiz sind es die B94 zwischen Zeulenroda und Schleiz und B175 als Ortsumfahrung zwischen Burkersdorf und Friesnitz. Zudem leiden beide Landkreise unter dem demografischen Wandel. Scheidel wolle das Standortmarketing verbessern. “Wir müssen länderübergreifend weiterkommen”, sagt er. Die wirtschaftliche Stärke von Gera halte er für nicht groß.

Den politischen Gegnern stellt Scheidel, der FDP-Vorsitzender im Kreistag des Altenburger Landes ist, naturgemäß kein gutes Zeugnis aus. Volkmar Vogel schätze er, doch Erfolge suche man bei dem Christdemokraten vergebens. Respekt auch für Dr. Nikolaus Dorsch. Doch beim SPD-Mann störe sein Ansinnen, jeden zu fördern anstatt nur jene, die sich anstrengen. Und Linke-Kandidat Frank Tempel habe bereits im Kreistag des Altenburger Landes bei der vergangenen Haushaltsdiskussion gepatzt als es galt, Einsparpotenziale zu suchen. “Arbeitsverweigerung in Sachen Geld”, nennt es Scheidel.

Auch was die Bundespolitik anbelangt, liegt Scheidel auf Linie seiner Partei. Vermögenssteuer sei Unsinn. Die Bürokratie gehöre reduziert und der Mittelstand müsse besser gefördert werden. Seine Partei sei von einem Tal der Tränen ins nächste gelangt. Das Tief sei nun aber überwunden.

Martin Gerlach