20.03.2013 | OVZ

FDP nominiert ihren Kandidaten für Bundestags-Wahl

Altenburg. Der FDP-Kreisvorsitzende Daniel Scheidel soll für die Liberalen zur Bundestagswahl im Herbst im Wahlkreis 195 als Direktkandidat antreten. Eine Vertreterversammlung der Kreisverbände Altenburger Land und Greiz nominierte den 53-Jährigen vorgestern mit 83 Prozent der abgegebenen Stimmen. Scheidel übte Kritik an seinen Mitbewerbern um das Mandat. Speziell Volkmar Vogel (54, CDU) warf er Versagen beim Zubringer zur neuen Autobahn bei Frohburg vor.

Arbeitsverweigerer und Totalausfälle

Liberale garnieren Nominierungs-Versammlung mit Angriffen auf die politische Konkurrenz

Schmölln. Der FDP-Kreisvorsitzende Daniel Scheidel soll für die Liberalen zur Bundestagswahl im Herbst im Wahlkreis 195 als Direktkandidat antreten. Eine 18-köpfige Vertreterversammlung der Kreisverbände Altenburger Land und Greiz nominierte den 53-Jährigen am Montagabend im Schmöllner Hotel Bellevue mit 83 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Scheidel nutzte eine kurze Vorstellung seiner Ziele für Angriffe auf seine Mitbewerber um das Direktmandat. So habe Volkmar Vogel (54, CDU) zwar viele schöne Bilder auf seine Homepage im Internet gestellt, bei Erfolgen sei jedoch absolute Fehlanzeige. Auch bei seinem Einsatz für die neue Bundesstraße 7 als Zubringer zur Autobahn 72 bei Frohburg habe Vogel zu wenig getan und seinen Einfluss als Vize-Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Verkehr nicht genutzt. Den Zubringer selbst bezeichnete der FDP-Kandidat neben dem Bürokratieabbau als eines seiner wichtigsten Ziele, sollte er in den Bundestag einziehen.

Frank Tempel (44), der erneut für die Linkspartei für den Bundestag kandidiert, warf Scheidel Arbeitsverweigerung beim Feinschliff am Kreishaushalt vor. Obwohl Tempel keinerlei Kürzungsmöglichkeiten in den Etat-Debatten sah, konnten danach noch 1,5 Millionen Euro eingespart werden. „Wer so mit Geld umgeht, dem traue ich auch in Berlin nichts zu“, sagte Scheidel. Sowohl Tempel als auch Vogel warf der Bewerber vor, nichts für die Wirtschaft in ihrem Wahlkreis getan zu haben. Die SPD beschreite mit der geplanten Erhöhung der Einkommenssteuer und der Wiedereinführung der Vermögenssteuer einen Weg zurück in die Vergangenheit, sagte Scheidel.

Der Altenburger Stadtrat Detlef Zschiegner bezeichnete sowohl Tempel als auch Vogel als Totalausfälle für die Region. Es müsse endlich wieder jemand mit Kompetenz das Altenburger Land in Berlin vertreten, forderte er.

Scheidel ermunterte die anwesenden Parteimitgliedern, sich von den Umfragewerten für die FDP nicht beirren zu lassen. Die letzten Ergebnisse bei Landtagswahlen hätten gezeigt, dass die Liberalen doppelt so viele Prozente erhielten, als ihnen vorhergesagt wurden. „Die Umfragen stimmen nicht. Die FDP hat ihr Tief überwunden.“ Scheidel bezeichnete die Unzufriedenheit der Menschen als Ansporn für ihn. „Wir können es besser.“

Jens Rosenkranz

Personalie

Daniel Scheidel sieht Bundestags-Kandidatur als Dienst an seiner Partei

Mit 17,2 Prozent zur Landratswahl 2006 hatte Daniel Scheidel für die Liberalen ein beachtliches Ergebnis erzielt und war damit kreisweit bekannt geworden. Erst zwei Jahre zuvor war er in die FDP eingetreten. Seit November 2013 leitet Scheidel den Kreisverband seiner Partei und ist seit Januar 2012 FDP-Kreistagsfraktionschef.

Er kennt die überschaubaren Chancen der Liberalen beim Gewinn eines Bundestagsdirekt-Mandates. Deshalb bezeichnet er seine Bewerbung als Dienst an seiner Partei. „Wenn die FDP mit einem bekannten Gesicht antritt, tut das dem Zweitstimmen-Ergebnis gut“, sagte er.

Der Diplom-Volkswirt kam in Frankfurt/Main auf die Welt und war jahrelang im Ausland tätig, bevor er 2002 als Wirtschaftsförderer nach Altenburg kam und später auch für den Sportwagenbauer Gumpert arbeitete. Der 53-Jährige ist verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Altenburg. Im Moment ist er in Elternzeit.

jr