07.06.2013 | OTZ

Schadenskommission im Altenburger Land beginnt mit ihrer Arbeit

Kreistag billigt außerplanmäßige Ausgaben für Katastropheneinsatz. FDP und CDU mit harscher Kritik an Michaele Sojka.

Altenburg. 400.000 Euro kostet dem Landkreis der Katastrophenfall am Wochenende im Altenburger Land. Einstimmig befürworteten die Kreisräte auf ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend diese außerplanmäßige Ausgabe. Per Dringlichkeitsantrag war sie zuvor von Landrätin Michaele Sojka (Die Linke) eingereicht worden. Wobei sich der Landkreis mit 350.000 Euro den Löwenanteil für diese Ausgabe aus dem Katastrophenschutzfonds des Landes Thüringen zurückholen kann. Die 400.000 Euro für zwei Tage Katastrophenschutzeinsatz ist der ersten Posten auf der Rechnung, die die Flut im Altenburger Land verursacht hat. Wie lang sie wird und wie hoch sie am Ende ist, steht noch nicht fest. Die Schadenskommission des Landratsamtes beginnt gerade erst mit ihrer Arbeit. Die Kreistagssitzung nutzte Sojka vor allem für ein großes Dankeschön an die ungezählten Helfer aus den freiwilligen Feuerwehren und dem Technischen Hilfswerk, von Rotem Kreuz, Bundeswehr und Polizei. Sie würdigte die Arbeit der Bürgermeister und Verwaltungen vor Ort, die Unterstützung von Energieversorgung und Firmen. Und sie dankte all jenen Bürgern, die spontan mit anfassten, als Sprotte und Pleiße so ungeahnt hoch über ihre Ufer stiegen. “Es gab keine Toten und keine uns bekannt gewordenen Verletzten. Niemand musste Hungern, die Evakuierungen haben vorbildlich geklappt”, so ihr Fazit der ereignisreichen Tage seit Sonntag. Die zahlreichen Wortmeldungen in der sich daran anschließenden Debatte hatten dann auch ähnlichen Inhalt: “Was hier geleistet wurde, war hervorragend”, zollte beispielsweise der Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz (SPD-Fraktion) Katastrophenschutz-Stab und Landratsamt großen Respekt. Und mit Verweis auf all die zerstörten Existenzen allein in seiner Heimatstadt hoffe er nun eindringlich, “dass das Land weiß, dass wir alle Bürger Thüringens sind.” Doch Kritik an dem Agieren der Landrätin gab es am Mittwochabend auch. Christian Gumprecht (CDU) monierte, dass Michaele Sojka mit 7.18 Uhr am Montagmorgen den Katastrophenfall zu spät ausgerufen habe. Seiner Meinung nach wäre dies bereits nötig gewesen, als der Pleiße-Pegel in Gößnitz 3,30 Meter erreicht hatte. Und das war am Sonntagmittag. Diese Ansicht vertrat zwar auch der Gößnitzer Rathaus-Chef Scholz. “Aber ich vertraue nach wie vor auf die Arbeit des Katas­trophenschutzstabes, weil dort die Experten drin sind”, sagte er gegenüber OTZ-Schmöllner Nachrichten. FDP-Mann Daniel Scheidel indes bekräftigte am Mittwoch die Schelte Grumprechts und sattelte sogar einen Kritikpunkt drauf. In der Dringlichkeitsvorlage über die außerplanmäßige Ausgabe von 400.000 Euro sei ein Fehler drin gewesen. Die Uhrzeit der Feststellung des Katastrophenfalles war nicht richtig angegeben. Zwar sei das noch korrigiert worden. “Aber formal korrekt ist das nicht”, so Scheidel.

Jana Borath