23.08.2013 | OVZ

FDP

Scharmützel mit Nachbarn statt Förderung der Wirtschaft

Altenburg. Verbittert reagiert der FDP-Kreisvorsitzende und Bundestagsdirektkandidat Daniel Scheidel auf den OVZ-Artikel “Investor wartet vorerst ab”. In einer Presseerklärung macht der ehemalige Wirtschaftsförderer der Stadt Altenburg seinem Ärger Luft: “Wenn ich nichts kriege, sollst Du erst recht nichts kriegen – nach diesem Motto verfährt Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf und nimmt dabei in Kauf, dass am Ende vielleicht niemand etwas bekommt.”

Für ihn stehe fest: Der von SPD-Politiker Wolf angezettelte politische und juristische Kleinkrieg gegen den geplanten Einkaufsmarkt der Saller Bau GmbH in Windischleuba hinterlasse nur verbrannte Erde und werde für Altenburg nichts bringen. Am Ende werde es weder das Modehaus Röther in Altenburg noch den Saller-Einkaufsmarkt in Windischleuba geben, mutmaßt Scheidel öffentlich.

In der Presseerklärung wird außerdem deutlich, dass für den Liberalen beide Projekte aus verschiedenen Gründen nicht in Altenburgs Innenstadt unterzubringen seien. “Es ist völlig egal, ob die geplanten Märkte vor oder hinter dem Kreisverkehr entstehen. Sie steigern in jedem Fall die Attraktivität Altenburgs als Einkaufsstadt und Wohnstandort”, betont Scheidel.

Aus seiner Sicht hätte sich Wolf längst mit Windischleubs Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU) an einen Tisch setzen und verhandeln müssen. “Wenn Röther in Altenburg im Gegensatz zu Windischleuba nicht genehmigungsfähig ist, dann eben dort. Und Saller genauso. Kunden und Jobsuchenden ist es völlig egal, ob die Märkte zwei oder 2,3 Kilometer vom Altenburger Stadtzentrum entfernt liegen”, ist Scheidel überzeugt. Er regt zudem an, auch einmal nachzufragen, wie viele Altenburger bei den Unternehmen im Gewerbegebiet Windischleuba arbeiten.

Für den FDP-Politiker spreche Josef Sallers Äußerung in dieser Zeitung Bände, er schätze die derzeitige Situation als ungut und einmalig ein. Für Scheidel hieße das im Klartext: “Ein solches Verhalten habe ich noch nicht erlebt – ich schaue mich nach einem anderen Standort um.”

Die planungsrechtlichen Gegebenheiten seien zumindest kurz- und mittelfristig so, wie sie sind. Der Versuch von Wolf, sich und seine Vorgehensweise jetzt hinter Stadtratsbeschlüssen zu verstecken, stoße nicht nur Scheidel bitter auf, heißt es weiter in der Erklärung. “Wer hat denn den entsprechenden Beschlussvorschlag in den Stadtrat eingebracht?”, hinterfragt der FDP-Kreisvorsitzende – und liefert die Antwort gleich mit: “Es war Michael Wolf selbst.”

Wenn er so weitermache, brauche sich niemand zu wundern, wenn sich die Nachbarn munter weiter zu Kragengemeinden vereinigen und ein Zusammengehen mit Altenburg meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Scheidel vertritt die Meinung, dass Wolfs Scharmützel sowohl der Stadt als auch der gesamten Region schade und mit Wirtschaftsförderung nichts zu tun habe.