26.11.2008 | OVZ

Leserbrief

Kritik der FDP ist Wahlkampfgetöse

Zum OVZ-Beitrag “FDP sieht Kritik von 2006 bestätigt” vom 24. November

Ich halte die Kritik der FDP für reines Wahlkampfgetöse. Hat doch die OVZ am 16. Januar eine Stellungnahme des ZAL-Vorsitzenden Stephan Etzold veröffentlicht, in der er seine selbst vorgelegten und von den Verbandsräten beschlossenen enormen Gebührenerhöhungen wieder prüfen wollte.

Da bei dieser Eigenprüfung nichts herauskommen konnte, wurden mittlerweile die zum 1. Januar rückwirkenden Gebührensatzungen des ZAL für Wasser und Abwasser diesen Monat im Amtsblatt des Landkreises rechtswirksam veröffentlicht. Diese beinhalten gerade bei Abwasser Gebührenerhöhungen von fast 100 Prozent.

Die enormen Schulden des ZAL, denen nun auf Kosten der Bürger sogar neue Schulden dazukommen sollen, sind zum erheblichen Teil wohl auch politischer Natur, indem der ZAL die in der Wendezeit vom WAB Leipzig übernommenen Anlagen nochmals bezahlen soll.

Hat die FDP auch nicht mitbekommen, dass es selbst in der Gemeinde Saara, deren Bürgermeister auch Herr Etzold (CDU) ist, auch Ortsteile gibt, die aus Kostengründen nach der Eingemeindung zu Saara nie zum ZAL überführt wurden?

Auch die Gemeinde Göpfersdorf, deren Bürgermeister für die Linken im Kreistag sitzt, ist aus Kostengründen nicht dem ZAL beigetreten, hat demzufolge auch nie dessen horrende Schulden mit übernommen und arbeitet wirtschaftlicher mit niedrigeren Gebühren für deren Bürger.

Mit kurz aufflackerndem Wahlkampffeuer ist den überhöhten Wasser- und Abwassergebühren nicht beizukommen, dazu muss dieses politische Problem wohl zielstrebig an der Wurzel angefasst werden, eh die Bürger eines Tages zur Selbsthilfe greifen. Hat die FDP dies bisher nicht bemerkt?

Horst Proppe, Lohma