24.08.2013 | OTZ

Greiz: Junge Liberale stoßen auf Interesse und Ablehnung

Die Jungen Liberalen machen auf ihrer Thüringen-Tour in Greiz Station. Die Reaktionen der Einwohner sind gespalten.

Greiz. Ein wenig verloren wirkte es: Das knallgelbe Sofa, das die Jungen Liberalen (JuLis), die Nachwuchsorganisation der Liberalen, gestern auf dem Greizer Markt aufgestellt hatten. Anlässlich ihrer Thüringen-Rundreise hatten sie in der Park- und Schlossstadt Station gemacht. So recht wollte sich niemand an den Stand trauen. Doch die JuLis, allen voran ihre beiden Spitzenkandidaten Florian Hartjen und Bernhard Zuske, verzagten nicht. Nachdem sie mit Daniel Scheidel (FDP-Direktkandidat Altenburger Land/Landkreis Greiz) und Dirk Bergner (Bürgermeister von Hohenleuben, ebenfalls FDP) einen Radiobeitrag fürs Internet aufgenommen hatten, zogen sie mit ihren Broschüren durch die Altstadt. Manchen, denen sie ihre Informationen zu Bildung, Datenschutz und Europa anboten, lehnten dankend ab. Andere nahmen die Broschüren an, zogen aber sofort weiter. Nur ab und an entwickelte sich auch ein Gespräch.

“Ich habe eine geteilte Meinung zu der FDP“, verriet der Geraer Horst Riedel, der gerade seine Tochter in Greiz besuchte. “Ich traue der FDP nicht zu, eine Regierung zu führen, sehr wohl aber die Koalition mit der CDU”, so Riedel weiter, der allerdings zugab, dass er eine Große Koalition befürworte. Dass es die Liberalen aber in den Bundestag schaffen, da sei er sich sicher, so der Geraer.

“Es ist nicht alles schlecht, was die FDP sagt”, fand auch eine Bürgerin, die ihren Namen nicht nennen wollte. “Doch manchmal richtet sie ihr Fähnchen ganz schön nach dem Wind”, ergänzte sie. Das Infoblatt, das ihr die JuLis mit einem Lächeln in die Hand gedrückt hatten, behielt sie: “Das lese ich mir zu Hause durch.” Ganz an der falschen Adresse waren die JuLis bei Helena Taut (15) und Anny Weiß (14). “Wir haben noch kein großes Interesse an Politik”, sagten sie. “Aber wir haben ja noch ein paar Jahre Zeit.”

Tobias Schubert