16.09.2013 | TV Altenburg

Scheidel sieht Rydzewski auf rechtem Stimmenfang

Der Bundestagskandidat der FDP, Daniel Scheidel, sieht offenbar Sieghardt Rydzewski (Alternative für Deutschland) auf Stimmenfang im rechten Lager. In mehreren offenen Briefen bzw. Pressemitteilungen verweist Scheidel auf “NPD-nahe Parolen” aus Rydzewskis Wahlkampf. So seien die AfD-Plakate mit Aufschriften wie “Wir brauchen unsere Rente selbst”, von denen der NPD kaum zu unterscheiden. Auch sonst falle Rydzewski durch “schwurbelige Patriotismusbekundungen” auf.

Dabei ist die parteipolitische Karriere des ehemaligen Landrates durchaus bemerkenswert. Einst war er als SPD-Mann in das Landratsamt gekommen und konnte mit gleichem Parteibuch seine erste Wiederwahl sichern. Kurz danach trat er aus der SPD aus und tauchte u.a. auch bei der Gründungsveranstaltung der “Regionalen” auf. Allein dies reichte nicht für die zweite Wiederwahl als Landrat. Nun soll die AfD den ehemaligen Tankwart in den Bundestag bringen.

Die Auseinandersetzung zwischen dem FDP-Mann Daniel Scheidel und dem Ex-Landrat indes ist nicht neu. So hatten sich die Liberalen im Landkreis oft sehr kritisch mit der Arbeit Rydzewskis auseinandergesetzt. Dabei ging es um “Lustreisen” des Landrates ebenso, wie um dubiose Immobiliengeschäfte.

Laut Medienberichten zeige die AfD tatsächlich rechte Tendenzen. Der Spiegel berichtet sogar von einer rechten Unterwanderung, gegen die Parteichef Lucke nicht vorgehe. “In der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) mehren sich Stimmen, der Bundesvorstand müsse noch vor der Wahl entschiedener gegen rechte Umtriebe in den eigenen Reihen vorgehen”, heißt es dazu im Spiegel.

Quelle: tv.altenburg

Kommentare

L. Eichler | 16.09.2013 | 18:58

Eine Beleidigung sondergleichen! ich bin AfD Mitglied, meine Großtante war in Theresienstadt, mein Urgroßvater saß während der Nazizeit wegen Widerstandes in Dresden im Zuchthaus – ich bin empört, von einer Person mit derart zwielichtiger Karriere in die rechte Ecke gedrängt zu werden. Der Bezug zum Spiegel ist außerdem völlig irrig, da sich der Spiegel, im Gegensatz zu anderen Medien nicht auf seriöse Quellen stützt. Die Sorbonne hat die Likes der AfD-Anhänger ausgewertet und diese unterscheiden sich fundamental von denen der NPD-Anhänger, aber Seriosität und seriöse Recherche ist nun mal nicht Herrn Scheidels Sache. Wer im Kurier bewusst wesentliche negative Aspekte seiner Karriere “vergisst” ist im Übrigen auch nicht ernst zu nehmen und ich hoffe danach handeln auch die Leser dieses Konvoluts.

Martin Schulz | 16.09.2013 | 19:06

Die FDP hätte im Wahlkreis bei uns wirklich einen besseren Kandidaten aufstellen können. Normalerweise finden sich doch in dieser Partei immer sog. Besserverdiener. Das kann man von Herrn Scheidel nun doch wohl nicht behaupten, wie ich nun gelesen habe, ist der Herr arbeitslos und hofft bald ein Repräsentant unserer Region im Bundestag zu werden. Nun die Hoffnung stirbt zuletzt, besonder hier im Osten sollten sie Herr Scheidel die Menschen nicht unterschätzen. Die wissen sehr wohl was die FDP für Versprechen in Richtung Steuersenkung und Steuervereinfachung gemacht hat. Originalton Westerwelle: “Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben, in dem nicht eine deutliche Steuervereinfachung und Steuersenkung festgeschrieben ist”! Auch in Bayern haben die Menschen das nicht vergessen und deshalb wird der neue Bundestag erstmals ohne die FDP auskommen. Wir werden es gar nicht merken…

Lass den R dort wo er ist | 16.09.2013 | 20:12

Grundsätzlich mögen die vorherigen Kommentatoren zu Daniel Scheidel Recht haben, allerdings ist der Herr Rydzewski tatsächlich die dubioseste Gestalt der lokalen politischen Bühne. Übrigens fehlt bei der Aufzählung, daß der Herr auch schon bei der CDU angeklopft hat und zum Glück abgewiesen wurde. Auf seiner Website stellt er sich z.B. gegenüber einem Wähler als Helfer bei der Einrichtung eines Palliativzentrums im Krankenhaus Schmölln dar. Also bitte… der Herr war acht Jahre als Landrat für das Krankenhaus, im Besitz des Landkreises, tätig! Er wollte dies übrigens auch einmal verscherbeln. Das ist alles schon sehr unglaubwürdig, wenn er jetzt Zustände anprangert, für die er bis vor Kurzem tätig war. Übrigens sollte sich der AfD über den “rechten” Vorwurf nicht wundern, wer inzwischen 350 rechtsextreme Mitglieder der Nazi-Partei “Die Freiheit” aufnimmt sollte damit umgehen müssen. Außerdem weigern sich die AfD Landesverbände von Baden-Württemberg und Berlin die Plakate aufzuhängen, die Herr Rydzewski im Wahlkreis 195 ohne Bedenken aufgehängt hat. Der Grund: Die Slogans sind zu nah an der NPD (Aussage von AfD-Landesverbänden!!!). Die AfD wäre gut beraten gewesen, einen ernsthaften Kandidaten zu finden und nicht nur jemand, der eine Möglichkeit sucht, aus der politischen Bedeutungslosigkeit, zu kommen. Aber nach der Bundestagswahl setzt sich die Rydzewski-Reihe vielleicht fort SPD, Regionale, parteilos, AfD… Rep??

Bertrand Russell | 16.09.2013 | 20:39

»Manche Menschen würden eher sterben als nachdenken. Und sie tun es auch.« Lass den R … ist selbstverständlich nicht betroffen, da er tatsachlich nachdenkt.

Ein Nicht-Altenburger | 16.09.2013 | 21:04

Leser, Lass den R dort wo er ist, ich glaube beinahe, besser geht es nicht. Gemeint ist Ihre Beschreibung der Situation. Super!