14.09.2013 | Kurier

Aus unserer Leserpost

Den Leuchtturm nicht erlöschen lassen!

Altenburg. Es steht nicht gut um den baulichen Zustand unseres Lindenau Museums. Es besteht sogar die Gefahr, dass, wenn nichts geschieht bzw. nicht zeitnah notwendige Maßnahmen ergriffen werden, Lindenaus Erbe in Gefahr gerät.

Unser Altenburger Lindenau-Museum beherbergt als kunsthistorisches Museum unter anderem die Sammlung des sächsisch-thüringischen Staatsmanns, Gelehrten und Kunstsammlers Bernhard August von Lindenau. Mit seinen Sammlungen zählt das Lindenau-Museum zu den herausragenden Leuchttürmen in der deutschen und europäischen Museumslandschaft. Die Sammlung früher italienischer Tafelmalerei ist weltberühmt und gehört zu den ursprünglichen von Bernhard August von Lindenau angelegten Sammlungen des Museums. Mit 180 Tafeln des 13. bis 16. Jahrhunderts ist sie heute eine der größten und schönsten europäischen Sammlungen außerhalb Italiens. Ebenso bedeutsam und von nationalem Rang ist die Sammlung Antiker Keramik, die Abguss-Sammlung, die Kunstbibliothek, die Graphische Sammlung sowie die Sammlungen der Malerei des 15. bis 19. Jahrhundert und der Deutschen Malerei des 20./21. Jahrhunderts.

Bei einem Besuch ist klar zu erkennen, dass an dem 1876 fertiggestellten Gebäude der Zahn der Zeit mehr als deutlich genagt hat.

Bei einem gemeinsamen Museumsbesuch mit Gästen unserer Stadt wurde der überwältigende positive Eindruck der Sammlungen überschattet von den Eindrücken, welche diese Besucher bei einem Toilettenbesuch gewannen. Es wird allerhöchste Zeit, dass die Politik sich der Probleme endlich bewusst wird und die ersten Schritte in die Richtung einer Sanierung geht. Der umgehende Beginn der baulichen Sanierung des Lindenau-Museums soll, wie von der FDP am vergangenen Mittwoch in einem Antrag für die Kreistagssitzung gefordert, vor allem die dringend benötigten Dach- und Fensterreparaturen anschieben, damit das national bedeutsame Haus mit seinen wertvollen Sammlungen in den Zustand versetzt wird, wie er erforderlich ist.

Die unübersehbaren baulichen Mängel machen schnelles Handeln erforderlich, um eine potenzielle Gefährdung einzelner Kunstwerke zu vermeiden, wobei auch der Erweiterungs- bzw. Neubau eines Funktionsgebäudes im Blickfeld bleiben muss.

Es ist ein zeitnahes und vor allem abgestimmtes, gemeinsames Handeln der politisch Verantwortlichen in Stadt, Kreis und Land erforderlich, damit dieser Leuchtturm mit nationaler Bedeutung in der Museumslandschaft nicht erlischt.

Detlef Zschiegner