22.09.2013 | TV Altenburg

Ein Gewinner und sechs Verlierer

Rydzewski politisch im freien Fall

Im Grunde gibt es im Wahlkreis 195 (Greiz-Altenburger Land) bei den Direktkandidaten nur einen Gewinner und zahlreiche Verlierer. Unangefochten die Nummer eins in der Wählergunst ist Volkmar Vogel (CDU), der mit seinem Ergebnis (44,9 Prozent) zum dritten mal in den Bundestag einziehen wird. Dabei kann Vogel sogar um 7,5 Prozent gegenüber 2009 zulegen.

Zwar kann der Linke Frank Tempel den zweiten Platz behaupten (24,3 Prozent), ist aber beim Direktmandat weit von einer Mehrheit für den Bundestag entfernt. Immerhin hatte sich Tempel vorab über die Landesliste abgesichert. Allerdings verlor der Kriminalbeamte in der Wählergunst (-5 Prozent) im Vergleich zu 2009.

Durchaus erstaunlich ist das Abschneiden des SPD-Kandidaten Dr. Nikolaus Dorsch (14 Prozent). Entgegen dem Bundestrend kann Dorsch nicht einmal an das Ergebnis von 2009 anknüpfen und verliert 3,6 Prozent gegenüber dem damaligen Kandidaten Wilfried Präger (17,6 Prozent). Vermutlich dürfte es sich hier auch um ein Problem der Landes-SPD handeln. In Thüringen verlieren die Sozialdemokraten, entgegen dem Trend im Bund, an Zustimmung.

Im politischen freien Fall befindet sich Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski (6 Prozent). Die Alternative für Deutschland bleibt im Wahlkreis im Grunde ohne Bedeutung. Hatte Rydzewski bei seiner verlorenen Wahl zum Landrat noch 13.935 Stimmen (nur im Altenburger Land), so sammelte der ehemalige SPD-Mann, später Parteilose und jetzige AfD-Kandidat nur noch 6.669 Wählerstimmen ein, und dies obwohl es sich um mehr als die dreifache Menge an Wählern handelt.

Unzufrieden dürfte auch Daniel Scheidel (FDP) sein. Konnte Dr. Johannes Frackowiak 2009 mit einem eher blassen Wahlkampf noch 8 Prozent erreichen, so blieben Scheidel lediglich 1,6 Prozent der Wählerstimmen im Wahlkreis. In diesem Ergebnis dürfte übrigens der einzige Trost für Sieghardt Rydzewski (AfD) liegen. Immerhin schnitt sogar die neu angetretene Alternative besser ab.

Das Abschneiden (2,8 Prozent) des Grünen Jens Kämpfer dürfte wohl niemand erstaunen. Immerhin war ein grüner Wahlkampf im Wahlkreis, bei ohnehin wenig inhaltlichen Auseindersetzungen der Kandidaten, kaum zu spüren.

Besonders enttäuscht dürften auch die Piraten sein. Obwohl sich Holger Peckmann engagiert zeigte, erreichte er nahezu die gleiche Stimmenanzahl (2,8 Prozent) wie der Grüne Jens Kämpfer.

Quelle: tv.altenburg