21.09.2013 | FDP-Bundestagskandidat Daniel Scheidel

Replik von Daniel Scheidel auf die Rydzewski-PM vom 17.09.2013

Rydzewski und die Weltwirtschaft bleiben zwei Welten

Der Einzige, der froh sein muss, dass in diesem Wahlkampf kaum über die “Eurokrise” diskutiert worden ist, ist Rydzewski selbst. Er selbst hat von der Materie nämlich keine Ahnung und flüchtet sich in Weltuntergangsszenarien, da seine Behauptungen grottenfalsch sind.

Richtig ist allein, dass man speziell Griechenland wegn getürkter Zahlen nicht hätte in den Euro-Raum aufnehmen dürfen. Allerdings passierte das zur Euro-Einführung (nicht Euro-Bargeld-Einführung, die kam erst zwei Jahre später) zum 01.01.1999, also unter einer SPD-Grüne-Bundesregierung (wer war doch gleich damals noch SPD-Mitglied, Herr Rydzewski?). Der Versuch, die Verantwortung dafür Schwarz-Gelb in die Schuhe zu schieben, scheitert daher.

Aber der selbsternannte Weltwährungsökonom Rydzewski “erklärt” uns noch mehr. So sei die Euro-Katastrophe vor allem daran erkennbar, dass die Euro-Inflationsrate von 1,5 bis 2,0 Prozent die niedrigen Euro-Zinsen von nahe 0 Prozent auffresse. Letzteres stimmt zwar, jedoch ist das Missverhältnis bei den anderen Weltwährungen noch deutlicher. Die Dollar-Inflation ist um einiges höher als die des Euro, beim Yen das Gleiche und die derzeitigen Zinsen des Schweizer Franken sind noch niedriger als die des Euro, ja, sie waren einige Monate lang sogar negativ. Mit einer spezifischen Schwäche des Euro hat das alles also nichts zu tun.

Die Rydzewski-Behauptung, “die Spareinlagen der Bürger könnten schon bald in Anspruch genommen werden” ist ebenso grundfalsch und grenzt an unverantwortliche Volksverhetzung.

Aber für Altenburger Spareinlagen ist Rydzewski ja ausgewiesener Spezialist. So hat ein bekanntes Altenburger Kreditinstitut im Jahr 2011 unter seinem Verwaltungsratsvorsitz “ungeplante zusätzliche Bewertungsaufwendungen bei einem Wertpapier” (Zitat Jahresabschluss 2011) in Millionenhöhe vornehmen müssen. Herr Rydzewski, schenken Sie doch dem Wähler reinen Wein ein, und nennen Sie das Land, in dem hier fehlinvestiert worden ist. Man kann es sich aber auch leicht ausmalen.

Der dafür ebenfalls verantwortliche ehemalige Vorstandsvorsitzende der Bank wurde übrigens von Landrätin Sojka für besondere Verdienste um das Altenburger Land mit einer Auszeichnung versehen, gemeinsam mit Ex-Landrat Rydzewski. Ein unglaublicher Vorgang um keine deutlicheren Formulierungen zu verwenden.

Kurz gesagt. Lassen Sie es, Herr Rydzewski. Das mit Ihnen und der Weltwirtschaft wird nichts mehr. Es bleiben zwei Welten. Der Wähler und die Wählerinnen werden Ihnen heute nicht auf den Leim gehen.

Daniel M. Scheidel
FDP-Kreisvorsitzender Altenburger Land
FDP-Direktkandidat zur Bundestagswahl im Wahlkreis 195 Greiz-Altenburger Land