23.09.2013 | TV Altenburg

Wo kommen die Wähler her?

Die Bundestagswahl liefert nicht nur ein Stimmungsbild für Deutschland, sondern auch für die einzelnen Regionen eines Wahlkreises. Immerhin können hier die Parteien ablesen, wie der Rückhalt beim Wähler ist, wie die eigene Arbeit mit Souverän ankommt.

Einen große Menge an Aufgaben hat sicher die SPD in den nächsten Monaten. So wird die Stadt Altenburg zwar von einem SPD-Oberbürgermeister geleitet, aber wie der komplette Landkreis, ist auch die Skatstadt keineswegs eine SPD Hochburg bei den Erststimmen. Altenburg rangiert an Platz 453 bei den Thüringer Gemeinden im Ranking der SPD-Wähler (Erststimmen). Schmölln oder Meuselwitz liegen sogar noch weiter dahinter. Damit konnte der Kandidat Dr. Nikolaus Dorsch, der auch SPD-Fraktionschef im Altenburger Stadtrat ist, in seiner Heimatstadt erstauntlich wenig punkten. Hingegen in der kleinen Gemeinde Hain (Greizer Land) erhielt Dorsch über 19 Prozent der Stimmen. (Platz 246).

Eine linke Hochburg hingegen ist das Altenburger Land ebenfalls nicht. Während sich z.B. Suhl oder Bad Frankenhausen bei den Erststimmen auf die 40 Prozent zubewegen, bleibt Frank Tempel hinter den Möglichkeiten der Thüringer Linken. Selbst die eigene Gemeinde (Nobitz) des Kriminalbeamten schafft es in der linken Wählergunst nur auf Platz 318. Gut, dass sich Tempel über die Landesliste abgesichert hat, sonst gäbe es keine Rückkehr nach Berlin.

Wie wichtig ein glaubhaftes Parteimitglied in den Gemeinden sein kann, zeigen die Liberalen. Das Gesamtergebnis von Daniel Scheidel kommt einem Absturz gleich. Allein die Gemeinde Göllnitz kämpft sich bei den Erststimmen auf den Platz 5 der Thüringer liberalen Gemeinden. Seit Jahren ist hier der FDP-Mann Hans-Jürgen Heitsch erfolgreicher Bürgermeister. Bei den Erststimmen schafft es Göllnitz auf über 9 Prozent.

Bleibt die Frage nach der CDU. Volkmar Vogel fährt das beste Ergebnis seit Jahren ein und dies, obwohl das Altenburger (und auch das Greizer) Land nicht unbedingt eine schwarze Hochburg ist. Allerdings verwischt das Eichsfeld hier auch das Thüringer Gesamtergebnis. Vor allem in den ländlichen Räumen kann Vogel Stimmen einsammeln. Schwieriger wird es für den Christdemokraten vor allem in den Städten. Außer in Schmölln liegt er hier deutlich unter dem Thüringer Durchschnitt. Altenburg liegt im Ranking der CDU-Wähler bei den Erststimmen (Platz 727) sehr weit hinten.

Und die Wahlbegeisterung? Wo im Landkreis sind die eifrigsten Wähler? In Heukewald gehen mit 78,3 Prozent die meisten Bewohner des Landkreises zur Wahl. Die größten Wahlmuffel wohnen in Haselbach. Dort schafften es gerade einmal 52,9 Prozent an die Wahlurnen. Übrigens liegt der kleine Ort nur knapp hinter Gößnitz mit einer Wahlbeteiligung von nur 53 Prozent.

Quelle: tv.altenburg